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5.1  Unterrichtsvorbereitung
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Groß- und Kleinschreibung
Da sich für die vom Internationalen Arbeitskreis für Orthographie
ursprünglich vorgeschlagene Kleinschreibung der Substantive
keine mehrheitliche Zustimmung finden ließ, wurde in Wien über
den Vorschlag einer modifizierten Großschreibung entschieden.
Ziel dieses Vorschlags ist es, die Großschreibung der
Substantive beizubehalten, besonders schwierige Bereiche der
Groß- und Kleinschreibung jedoch im Sinne einer besseren
Handhabung neu zu regeln. Im Gegensatz zu allen anderen
Sprachen dient die Großschreibung im Deutschen nicht nur der
Kennzeichnung von Satzanfängen, Eigennamen und Ausdrücken
der Ehrerbietung, sondern auch zur Markierung einer Wortart: der
Substantive.
Schwierigkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung ergeben sich
vor allem daraus, daß einerseits Wörter aller
nichtsubstantivischen Wortarten im Text als Substantiv gebraucht
werden können und groß zu schreiben sind (das Laufen, das
Wenn und Aber, die Ewiggestrigen). In vielen Fällen ist diese
Substantivierung jedoch nur eine scheinbare, formale, so daß
nach der geltenden Regelung keine Großschreibung eintritt (im
voraus; es ist das beste, wenn … ; im nachhinein; auf dem
trockenen sitzen "in finanzieller Verlegenheit sein" usw.).
Andererseits werden in einer Reihe von Fällen ursprüngliche
Substantive auch nichtsubstantivisch gebraucht (heute abend,
mittags, trotz seiner Krankheit) und entsprechend klein
geschrieben.
Die Änderungen zielen darauf ab, klare, wenn möglich formale
Kriterien für die Großschreibung zu gewinnen. Damit kommt dem
Artikelgebrauch entscheidende Bedeutung zu. Insgesamt führt
das zu einer leichten Vermehrung der Großschreibung.
So werden Substantive in Verbindung mit einer Präposition (wie
auf Grund, in Bezug, mit Bezug) oder einem Verb (z. B. Rad
fahren, Tennis spielen) generell groß geschrieben.
alte Schreibung
neue Schreibung
in bezug auf,
in Bezug auf
aber mit Bezug auf
(wie mit Bezug auf)
radfahren
Rad fahren
aber Auto fahren
(wie Auto fahren)
Nur noch in Verbindung mit den Verben sein, bleiben und werden
schreibt man Wörter wie Angst, Bange, Gram, Leid, Schuld und