School Goes Internet
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4  Zweckmäßiger Umgang
4.6  Umgangsformen
Für das Verhalten auf dem Internet gelten sämtliche Regeln des normalen
Zusammenlebens uneingeschränkt. Die amerikanischen Umgangsregeln
haben das Internet stark geprägt. So spricht man sich in E-Mail-
Meldungen relativ schnell mit dem Vornamen an (nicht aber bei der ersten
Kontaktaufnahme!), und der Ton ist allgemein recht freundlich. Auch
versucht jede und jeder, auf die anderen Rücksicht zu nehmen. Meldungen
über E-Mail oder Artikel in News-Gruppen sollten beispielsweise so kurz
wie möglich sein, um die Übertragungskapazitäten zu schonen, aber auch,
um die Zeit der Leserinnen und Leser nicht zu verschwenden. Diese
Regeln des Zusammenlebens sind auf dem Internet in der sogenannten
Netiquette geregelt. Aktuelle Angaben dazu, auch auf deutsch, sind mit ei-
nem Suchsystem unter dem Stichwort Netiquette leicht zu finden.
Trotz all dieser Bemühungen, den Anstand zu fördern, muß jede und
jeder damit rechnen, ohne Vorwarnung auf das Gröbste beschimpft zu
werden. Haß ist auch auf dem Internet eine Realität wie im allgemeinen
Leben. Solche aggressiven Meldungen und Artikel werden im Internet
Flames genannt, weil verbal mit dem Flammenwerfer hantiert wird. Die
beste Reaktion darauf ist eine kurze, sachliche Meldung an den Informatik-
Verantwortlichen der Organisation des Absenders.
Das Anderer-Leute-Computer-Prinzip ist einer der wichtigsten
Grundsätze auf dem Internet und sollte stets berücksichtigt werden. Die-
ses Prinzip ist besonders nützlich, wenn einmal eine Ressource gerade
nicht erreichbar ist. Viele wertvolle Ressourcen auf dem Internet werden
nämlich einerseits stark nachgefragt und andererseits durch die Groß-
zügigkeit von einzelnen oder Organisationen zur Verfügung gestellt. Diese
sind oft nicht in der Lage, beliebige Unterstützung für beliebig viele
Interessentinnen und Interessenten zur Verfügung zu stellen. Auch
könnte es sein, daß eine W3-Seite, die nur unleserliche Hieroglyphen
enthält, in japanisch formuliert ist. Diese Seite ist wahrscheinlich voll-
kommen angepaßt an die Situation in Japan, auch wenn sie damit für einen
Mitteleuropäer nur schwer lesbar ist.
Auch wenn dadurch eine gewisse Frustration entstehen kann, ist es
wichtig zu betonen, daß die kostenlose Nutzung vieler Ressourcen ein
Privileg ist.
Neben den Computern werden häufig auch die Daten, die darauf
gespeichert sind, kostenlos zur Verfügung gestellt. Das heißt aber nicht,
daß diese beliebig genutzt werden können. Das Urheberrecht auf elek-
tronischen Publikationen zu wahren ist nicht einfach. In internationalen
Netzen mit unterschiedlichen Urheberrechten in jedem Land ist es noch
viel schwieriger. Geschütztes Material kann äußerst einfach kopiert und
wiederverwendet werden. Es liegt in der Verantwortung der Lehrerinnen
Netiquette und Flames
Das Anderer-Leute-
Computer-Prinzip:
Der Computer, auf den
Du gerade zugreifst,
gehört nicht Dir, sondern
jemand anderem!
Urheberrechte